...das Leben bunt denken und uns gegenseitig Freude schenken
...den Schmerz anderer nicht übersehen und versuchen zu helfen und zu verstehen
...nach der wärmenden Sonne greifen und mit Würde und Anstand reifen
...den allerbesten Wein trinken und in der schönsten Musik versinken
...mutig leben, lachen, lieben als ob wir ewig auf der Erde blieben
...die Sterne am Himmel berühren und so den Geist der Ewigkeit erspüren
Mit funkelnden Grüßen
Ein Beitrag unserer Charismata-Co-Autorin Renate
Rothe
aus dem Buch "Auf den
Punkt"
Es gibt eine Art von Engelbildern, die vermutlich viele Menschen kennen. Es sind jene romantischen Darstellungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, auf denen große Schutzengel Kinder
auf ihrem Weg begleiten – über schmale Stege, durch dunkle Wälder oder an steilen Abgründen entlang. Diese Bilder erzählen keine spektakulären Geschichten. Sie erzählen von Vertrauen. Von Schutz.
Von der Hoffnung, dass niemand seinen Weg alleine gehen muss.
Engel begegnen uns seit Jahrtausenden in nahezu allen Kulturen der Welt. Sie tragen unterschiedliche Namen und erscheinen in verschiedenen Gestalten, doch ihre Bedeutung ist oft dieselbe: Sie
stehen für Schutz, Trost, Hoffnung und die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Vielleicht berühren uns diese Darstellungen deshalb bis heute so tief.
Für mich sind diese Engelbilder jedoch weit mehr als schöne Kunstwerke. Sie sind ein Stück meiner Kindheit. Seit ich denken kann, hingen bei uns in der Wohnküche zwei gerahmte Schutzengelbilder
dieser Art. Natürlich haben sie mich später auch nach Griechenland begleitet. Wenn ich sie heute ansehe, sehe ich nicht nur Schutzengel … Ich höre meine Mutter. Ich rieche das Essen, das sie
gerade kochte. Ich spüre die wohlige Wärme unseres Kohleofens, der die ganze Wohnküche mit einer fast liebkosenden Geborgenheit erfüllte. Während mein Vater sich nach der Arbeit auf dem Sofa
ausruhte, spielte ich glücklich mit meinen Puppen auf dem Teppichboden. Es war eine Welt voller Frieden. Eine Welt, in der ich mich vollkommen sicher fühlte.
Immer wieder wanderte mein Blick zu den Engelbildern an der Wand. Ich wusste damals nicht, warum sie mich so faszinierten. Aber ich war überzeugt, dass die Kinder auf den Bildern ebenso sicher
waren wie ich. Die großen wunderschönen Engel hielten schützend die Hände über sie, führten sie sicher am Abgrund entlang, durch den dunklen Wald, über die morschen Brücke, die als einziger Weg
nach Hause führte, dem warmen Licht entgegen, das in der Ferne bereits ihr Zuhause erkennen ließ.
Meine Mutter erzählte mir Geschichten dazu. Sie sprach von Engeln, die Kinder begleiten und beschützen. Sie erzählte vom Jesuskind und von Mutter Maria, die ihr Kind unendlich liebte. Und sie
sagte mir, dass man Engel, Jesus und auch Mutter Maria jederzeit um Hilfe bitten könne, wenn man Angst habe oder nicht weiterwisse. Vielleicht war es genau diese Verbindung aus Bildern,
Geschichten, Wärme, Geborgenheit und Liebe, die sich tief in meine Seele eingeprägt hat.
Bis heute kenne ich jedes Detail dieser Bilder auswendig. Den kleinen leuchtenden Stern über dem Kopf des Engels. Den vorsichtigen Schritt der Kinder, die in ihr Spiel versunken keine Gefahren
erkennen. Den schützenden Blick des Engels. Und das warme Licht am Ende ihres Weges. In meiner Fantasie waren sie nur noch wenige Schritte von ihrem Zuhause entfernt. Dort würden ihre Eltern
bereits auf sie warten, sie voller Freude in die Arme schließen und die Mutter würde ihnen bestimmt etwas Köstliches zu essen geben. Es war das schönste Gefühl von Vertrauen, das ich als Kind
kannte, neben dem, wenn ich zwischen meinen Eltern im großen Bett schlafen durfte, nach dunklen Träumen. Vielleicht haben mich gerade diese Erinnerungen durch viele schwere Zeiten meines
Lebens getragen.
Mein Glaube an Engel, an eine unsichtbare, gute Kraft, die über uns wacht, ist bis heute ungebrochen und sehr persönlicher Natur. Denn diese innere Gewissheit ist für mich immer eine Quelle von
Hoffnung gewesen. Gleichzeitig glaube ich, dass jeder Mensch eine große Kraft in sich selbst trägt.
Immer wieder muss ich dabei an jene biblische Geschichte denken, in der Jesus einen gelähmten Mann auffordert: „Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause.“ Der Mann steht tatsächlich auf und
fragt voller Verwunderung, wie Jesus dieses Wunder vollbracht habe. Und Jesus antwortet ihm: „Nicht ich habe dich geheilt – dein Glaube hat dich geheilt.“
Diese Worte haben mich mein Leben lang begleitet. Sie erinnern mich daran, dass Hoffnung, Vertrauen und Glaube manchmal verborgene Kräfte freisetzen können, die wir uns selbst kaum zutrauen und
die uns unbekannt sind. Vielleicht sind Engel deshalb für mich nicht nur himmlische Wesen. Vielleicht sind sie auch ein Sinnbild für die leise Stimme in unserem Herzen, die selbst in den
dunkelsten Momenten sagt:
„Hab Vertrauen. Geh den Weg weiter. Du hast die Kraft. Dein Ziel ist schon zu sehen.“
Ein Beitrag unserer Charismata Co-Autorin
El.A
Die, die abends draußen sitzen, sich unterhalten und einfach glücklich sind über ihr Leben. Die nicht mit dem Handy durch die Welt laufen, sondern mit offenen Augen. Die nicht von einer Aufgabe
zur nächsten hetzen, als würde das Leben erst irgendwann beginnen. Die nicht ständig nachsehen müssen, was irgendwo passiert, sondern das wahrnehmen, was direkt vor ihnen geschieht.
Wo sind die Menschen, die nicht jede Meinung zu einem Kampf machen? Die nicht alles bewerten, vergleichen oder diskutieren müssen. Die zuhören, ohne schon die Antwort zu kennen. Die aus tiefstem
Herzen noch staunen können – über das Unsichtbare zwischen den Dingen, über Zufälle, die sich wie Schicksal anfühlen, und über Menschen, die ihre Menschlichkeit bewahrt haben.
Wo sind die, die etwas geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten? Die sehen, wenn jemand Hilfe braucht, noch bevor danach gefragt wird. Die Mitgefühl nicht für eine Schwäche halten, sondern für
eine Stärke. Die freundlich sind, nicht weil es ihnen Vorteile bringt, sondern weil es ihrem Wesen entspricht.
Wo sind die Menschen, die sich trauen, leise zu sein in einer Welt, die immer lauter wird? Die Zeit nicht nur verwalten, sondern wirklich leben. Die Tiere, die Natur und alles Lebendige mit
derselben Achtung behandeln wie sich selbst. Die wissen, dass Glück selten laut ist, sondern oft in den kleinen Augenblicken wohnt, die niemand fotografiert und niemand beweisen muss.
Sie sind nicht verschwunden.
Sie sind nur leiser geworden. Man findet sie nicht dort, wo am meisten geredet wird, sondern dort, wo noch zugehört wird. Nicht dort, wo Aufmerksamkeit gesucht wird, sondern wo echte Begegnungen
entstehen. Und manchmal erkennen sie einander an einem Blick, der mehr sagt als tausend Worte.
Und ich suche sie nicht nur, um sie zu finden – sondern auch, um einer von ihnen zu bleiben. El.A
Fotos: El.A
La luna … Die Mondin. In fast allen romanischen Sprachen ist der Mond weiblich. Passend zu der ausströmenden Energie und angelehnt an die Mondgöttin Luna, die das Geheimnisvolle, das Tiefgründige und das Weiche, die Weiblichkeit selbst repräsentiert.
Zart, so zeigt sich Luna in ihrer Geburtsphase. Die filigrane Sichel, die zur großen Luna transformiert, zur vollen Mondin, in ihrer weichen, hellen und strahlenden Form. 28 Tage braucht sie dafür, ebensolange wie der weibliche Zyklus dauert. Die Entstehung eines neuen Lebens, eine Schwangerschaft, dauert 10 Monde, 280 Tage, bis das lebendige Wunder in vollendeter körperlicher Form in diese Welt hinabsteigt … Das ist Magie!
Luna, deren Kraft Wassermassen bewegt und als stete Begleiterin die Erde umkreist, all dies in einem perfekten Rhythmus. Luna präsentiert sich uns immer unterschiedlich, ist veränderbar in ihrem Aussehen. Dabei ist sie jedoch verlässlich und ihr emotionaler Einfluss auf uns Menschen mächtig. Sie wühlt uns auf, fasziniert uns, sie erhellt unseren Weg und führt uns durch die dunkle Nacht.
Wenn du die Mondin liebst, wenn du ihr begegnen willst in ihrer vollen Schönheit, egal in welcher Phase sie sich gerade befindet, so musst du die Nacht lieben. Denn nur dort wirst du ihr begegnen und nur dort wird sie sich dir von Angesicht zu Angesicht zeigen. In der Dunkelheit wird sie dir ihr Licht schenken, dich sanft streicheln und umhüllen, wie eine Liebende, und dir dabei all das enthüllen, was du nie sehen würdest, wenn du dich nicht in die dunkelste Nacht hinauswagst.
In einer solchen Nacht werden wir auch den Schatten begegnen. Lichtspielen der Illusion, die uns ängstigen, verwirren und uns stolpern lassen. Manches Mal ist Luna vermeintlich unsichtbar, wenn dichte Wolken sie verhüllen. Aber wenn diese an der Mondin vorüberziehen, und wir staunend plötzlich wieder unseren Weg erkennen können, dann sind wir verzaubert, von ihrer Strahlkraft, von ihrem weichen Licht, das die Dunkelheit besiegt. Dann stehen wir still, fast andächtig. Wir werden berührt von der Ruhe der Nacht, die unsere innere Stimme, unser unsichtbares Bauchgefühl wieder hörbar werden lässt.
Wenn wir uns mit Luna verbinden, in solch einer Zaubernacht, und das Lärmen des Tages uns nicht mehr erreichen kann, dann sind wir ein Meister unserer Selbst geworden. Dann können wir furchtlos in der Nacht wandern. Alle Dunkelheit, alle Schattenspiele verlieren ihre Macht, weil Luna uns immer begleitet. Egal wohin wir auch gehen, stets folgt sie uns, streichelt unser Haupt mit ihrem silbernen Licht und hüllt uns vollkommen darin ein. Die Schatten verschwinden, die Furcht löst sich auf. Luna macht uns mit ihrem Licht unsichtbar für alles, was nicht wahrhaftig ist. Wenn du die dunkle Nacht dafür lieben kannst, wird Luna auf deinem Weg an deiner Seite sein.
(Irgendwo in Griechenland, Sommer 2023)
Hörst du das Flüstern, mal kraftvoll, mal leise
Es spricht der Eukalyptus, so sachte und weise
Was hat er gehört, was hat er gesehen
Das Rad des Schicksals, ein Kommen und Gehen
Der Alte, der Weise, er kennt deinen Schmerz
Wind, trage ihn fort aus dem schweren Herz.
Fort über's rauschende Meer
Die Bürde, die auferlegt war
Sie wird plötzlich leer
Komm in den Frieden und lausche der Stille
Vertraue dem Schöpfer, es geschehe SEIN Wille.
Und wisse ganz sicher, es ist alles gut
Verweile nicht, geh deines Weges
Mit leichtem Herzen und mit frohem Mut.
