Wenn du die Mondin liebst ...

La luna … Die Mondin. In fast allen romanischen Sprachen ist der Mond weiblich. Passend zu der ausströmenden Energie und angelehnt an die Mondgöttin Luna, die das Geheimnisvolle, das Tiefgründige und das Weiche, die Weiblichkeit selbst repräsentiert.

  

Zart, so zeigt sich Luna in ihrer Geburtsphase. Die filigrane Sichel, die zur großen Luna transformiert, zur vollen Mondin, in ihrer weichen, hellen und strahlenden Form. 28 Tage braucht sie dafür, ebensolange wie der weibliche Zyklus dauert. Die Entstehung eines neuen Lebens, eine Schwangerschaft, dauert 10 Monde, 280 Tage, bis das lebendige Wunder in vollendeter körperlicher Form in diese Welt hinabsteigt … Das ist Magie!

 

Luna, deren Kraft Wassermassen bewegt und als stete Begleiterin die Erde umkreist, all dies in einem perfekten Rhythmus. Luna präsentiert sich uns immer unterschiedlich, ist veränderbar in ihrem Aussehen. Dabei ist sie jedoch verlässlich und ihr emotionaler Einfluss auf uns Menschen mächtig. Sie wühlt uns auf, fasziniert uns, sie erhellt unseren Weg und führt uns durch die dunkle Nacht.

  

Wenn du die Mondin liebst, wenn du ihr begegnen willst in ihrer vollen Schönheit, egal in welcher Phase sie sich gerade befindet, so musst du die Nacht lieben. Denn nur dort wirst du ihr begegnen und nur dort wird sie sich dir von Angesicht zu Angesicht zeigen. In der Dunkelheit wird sie dir ihr Licht schenken, dich sanft streicheln und umhüllen, wie eine Liebende, und dir dabei all das enthüllen, was du nie sehen würdest, wenn du dich nicht in die dunkelste Nacht hinauswagst.

  

In einer solchen Nacht werden wir auch den Schatten begegnen. Lichtspielen der Illusion, die uns ängstigen, verwirren und uns stolpern lassen. Manches Mal ist Luna vermeintlich unsichtbar, wenn dichte Wolken sie verhüllen. Aber wenn diese an der Mondin vorüberziehen, und wir staunend plötzlich wieder unseren Weg erkennen können, dann sind wir verzaubert, von ihrer Strahlkraft, von ihrem weichen Licht, das die Dunkelheit besiegt. Dann stehen wir still, fast andächtig. Wir werden berührt von der Ruhe der Nacht, die unsere innere Stimme, unser unsichtbares Bauchgefühl wieder hörbar werden lässt.

  

Wenn wir uns mit Luna verbinden, in solch einer Zaubernacht, und das Lärmen des Tages uns nicht mehr erreichen kann, dann sind wir ein Meister unserer Selbst geworden. Dann können wir furchtlos in der Nacht wandern. Alle Dunkelheit, alle Schattenspiele verlieren ihre Macht, weil Luna uns immer begleitet. Egal wohin wir auch gehen, stets folgt sie uns, streichelt unser Haupt mit ihrem silbernen Licht und hüllt uns vollkommen darin ein. Die Schatten verschwinden, die Furcht löst sich auf. Luna macht uns mit ihrem Licht unsichtbar für alles, was nicht wahrhaftig ist. Wenn du die dunkle Nacht dafür lieben kannst, wird Luna auf deinem Weg an deiner Seite sein. 


Der alte Eukalyptusbaum

 

(Irgendwo in Griechenland, Sommer 2023)

Hörst du das Flüstern, mal kraftvoll, mal leise
Es spricht der Eukalyptus, so  sachte und weise

Was hat er gehört, was hat er gesehen
Das Rad des Schicksals, ein  Kommen und Gehen

Der Alte, der Weise, er kennt deinen Schmerz
Wind, trage ihn fort aus dem schweren Herz.

Fort über's rauschende Meer
Die Bürde, die auferlegt war
Sie wird plötzlich leer

Komm in den Frieden und lausche der Stille
Vertraue dem Schöpfer, es geschehe SEIN Wille.

Und wisse ganz sicher, es ist alles gut
Verweile nicht, geh deines Weges
Mit leichtem Herzen und mit frohem Mut.